Ärzte waren im Mittelalter rar. Sie hießen sich „Archiater“ und nur Könige und die Hocharistokratie konnten sich ihre Dienste leisten. Die normale Krankenversorgung, das Gesundheitswesen lag in Deutschland zu jener Zeit in den Händen der „weisen“ Frauen und der kirchlichen Orden. Besonders die Brüder vom Heiligen Lazarus kümmerten sich um Schwerkranke und Aussätzige, pflegten sie in ihren „Lazaretten“. In den Klöstern; vor allem in Sankt Gallen und auf der Reichenau entwickelte sich eine auf Heilkräutern basierende Arzneikunde, erste Apotheken entstanden.

 

Wollte zu jener Zeit ein Deutscher Medizin studieren, so musste er den beschwerlichen Weg über die Alpen nach Süditalien antreten. Dort, in Salerno, hatten arabische, griechische und jüdische Ärzte die erste europäische medizinische Hochschule gegründet und begannen die Erkenntnisse der antiken Heilkundigen, des Hippokrates und Galenus wieder aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Der Enkel Barbarossas, der in Jesi (Süditalien) geborene Stauferkaiser Friedrich II., nahm sich persönlich der Ausbildung guter Ärzte an. Er erließ im Jahre 1224 ein Medizinalgesetz, in dem Studium, Prüfung und Bezahlung des Arztes sowie sein Verhältnis zum Apotheker geregelt und geordnet wird.

 

In Deutschland werden zu jener Zeit in den rasch aufstrebenden Städten Krankenhäuser, „Spitäler“ genannt, eingerichtet. In der Stauferstadt Wimpfen entsteht - mitfinanziert durch eine Schenkung König Heinrichs (VII) eines der ersten kommunalen Spitäler des Reiches.

 

In der gleichen Stadt prallen dann 1235 Vater und Sohn, Friedrich II. und Heinrich aufeinander, kommt es zum schicksalhaften Drama, beginnt der erste Akt der Verurteilung des Sohnes zu lebenslänglichem Kerker.

Am 3. und 4. Juli diesen Jahres feiert Bad Wimpfen sein großes Stauferfest. Friedrich II. zieht mit exotischem Gepränge in seine Pfalz, hält 2 Tage lang Hof und weist die Bitte um Gnade seines Sohnes kategorisch ab.

 

Anlässlich dieses Festes zeigt die Gruppe „Aderlass“ im Hof des Spitals zum Heiligen Geist mittelalterliche Diagnostik und Therapie. Arzt und Apotheker heilen gemeinsam eine Schwerkranke nach den Regeln der in Salerno gelehrten Kunst. Ein „Zahnbrecher“ befreit seinen schmerzgeplagten Patienten vom eiternden Zahn, Kräuterfrauen führen in die Volksheilkunde ein, ein Alchimist zeigt seine wundersamen Experimente. Wer aber von all den lebensnahen Darstellungen hungrig und durstig wird, lässt sich bei der anschließenden Armenspeisung vom Bursarius ein Gläschen Wein und einen Bissen Brot geben.

 

 

Altes Spital

Samstag 3.Juli 13:30

Sonntag 4.Juli 13:15