Seine Zeitgenossen nannten ihn „STUPOR MUNDI“, das Staunen der Welt, Friedrich II., der Hohenstaufenkaiser, glänzte durch seine Erscheinung, sein Wissen, seine höfische Pracht. Im hohen Mittelalter, 1235 kam er in seine Pfalz zu  Wimpfen; sein Einzug mit Sarazenen und nie gekannten Tieren aus Afrika, mit fremdländischer Musik und goldener Pracht war eine ungeheure Sensation, die in die Geschichtsbücher einging.

 

Beim Stauferfest der Stadt Bad Wimpfen am 3. und 4. Juli lebt diese Pracht, dieser Glanz noch einmal auf, schlägt die Zuschauer in ihren Bann.

 

Aber nicht alles, was das Mittelalter bot war höfische Opulenz. Der größte Teil der Bevölkerung lebte damals in Armut und Elend, Hunger begleitete sie durch ihr ganzes kurzes Leben.

 

Die Gruppe Aderlass zeigt anlässlich des Stauferfestes auch diese dunkle Seite des Mittelalters und führt den Zuschauer in den Alltag eines der vielen leibeigenen Bauern. Geplagt von Zehnten, Abgaben und Frondiensten, müht er sich ab, um die Münder seiner jammernden Kinder zu stopfen. Vor dem Hintergrund einer typischen, armseligen Bauernkate mit ein paar Schafen, geht die Bauersfamilie ihren Arbeiten nach: Dreschen mit dem Flegel, Füttern, die Sense dengeln und das Hafermus kochen. Aber das zunächst friedliche Bild täuscht. Der Zehntvogt und der Fronknecht sind auf dem Weg um den bischöflichen, und den grundherrlichen Zehnten und weitere Abgaben einzutreiben. Der Bauer wehrt sich, schreit die uralte Rechtsformel hinaus: „Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren“. Es nützt ihm nichts, der Fronknecht schlägt ihn in Ketten, führt ihn zum Schuldturm. Das Drama geht seinem Höhepunkt entgegen …

 

Für die Darsteller, Wimpfener Frauen und Männer, ist es Ehrensache, dem Zuschauer neben all der Spannung ein Stück historische Wahrheit zu vermitteln, die oft genug nichts mit unseren Vorstellungen von Ritterturnieren, Damen in seidenen Kleidern und Festgelagen mit erlesenen Speisen zu tun hat.

 

Neben dieser Aufführung zeigt die Gruppe Aderlass weitere Lehrstücke aus dem hohen Mittelalter: Frühe Medizin im Alten Spital, Speisung der Armen, die Justiz der damaligen Zeit mit einer packenden Gerichtsverhandlung und Brandbekämpfung im 13. Jahrhundert. Ein umfangreiches und spannendes Rahmenprogramm für den Einzug und die Hofhaltung des STUPOR MUNDI, des Stauferkaisers Friedrich II.

 

 

 

Löwenbrunnen

Samstag 3.Juli 16:30

Sonntag 4.Juli 14:00