Feuersbrunst und Stauferfest

Fachwerk, stroh- und schindelgedeckte Dächer, Kerzenlicht in Küche und Wohnzimmer, ein offenes prasselndes Feuer. Die Häuser dicht gedrängt in engen Gassen, der Nachbar auf Tuchfühlung, zwei oder drei Brunnen in der Stadt an denen man beim morgendlichen Wasserholen ein Schwätzchen halten konnte: das klingt nach mittelalterlicher Idylle, nach Wärme und Geborgenheit.

Der Schein trügt wie so oft. Die immer präsente Feuersgefahr verdarb den Bürgern die Freude an der nachbarschaftlichen Nähe, an Kerzenlicht und Wärme. Die Furcht von dem Stadtbrand war im Winter am größten, denn ein brennendes Haus war kaum mehr zu löschen – das Wasser im Brunnen und städtischen Feuerteich war zu Eis erstarrt.

Blies der Wind noch in die Flammen, legte die Feuersbrunst die ganze Stadt in Schutt und Asche: Jahrzehnte des Wiederaufbaus, Hunger und Armut warteten.

 

Um diese Gefahr zu mindern (einzuschränken) erließen die Städte schon im Mittelalter strenge Feuerverordnungen, verpflichteten jeden Bürger zur Mithilfe beim Löschen und stellten Brandwachen auf. Jeder von uns kennt noch den Ruf des Nachtwächters: „bewahrt das Feuer und das Licht …“ und Sankt Florian war wohl einer der meist angerufenen Heiligen des Mittelalters. Dargestellt mit brennendem Haus und Wasserschaff, hing er in vielen Stuben: „Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andere an“. Die nachbarliche Freundschaft hatte wohl damals schon eine Brandmauer zur Grenze.

 

Im Rahmen des Stauferfestes der Stadt Bad Wimpfen am 3. und 4. Juli führt die Freiwillige Feuerwehr die Zuschauer in das Löschwesen des 13. Jahrhunderts ein. Die Aufführung verspricht ein packendes Schauspiel zu werden. Die Rettung einer vom Feuer eingeschlossenen Frau, das Eindämmen des Brandherdes, das schnelle Einrichten einer Eimerkette unter der Führung des Ehrenkommandanten Reinhold Korb wird sicher zu einem der Höhepunkte der begleitenden Darstellungen zur Hofhaltung des Stauferkaisers Friedrich II. in seiner Pfalz zu Wimpfen.

 

Lässt sich der eine oder andere Zuschauer zum Mitmachen in der Eimerkette hinreißen, darf er laut „Brandmeister“- wenn dann der Brand gelöscht ist - auch seinen eigenen Durst löschen aus dem historischen Humpen der Wimpfener Feuerwehr.

Marktplatz

Samstag 3.Juli 17:30

Sonntag 4.Juli 17:30